Pauschalpreis oder Regiearbeit – was lohnt sich wann?
Werkvertrag mit Festpreis oder Abrechnung nach Aufwand. Vor- und Nachteile, rechtliche Grundlagen und Praxis-Tipps für Schweizer Bauherren.
Zwei Wege, einen Handwerker zu beauftragen: Pauschalpreis (Festpreis) oder Regiearbeit (Abrechnung nach Aufwand). Beide haben ihre Berechtigung – die falsche Wahl kann dich Tausende kosten.
Pauschalpreis – wann er sich lohnt
Bei klar definierten Arbeiten mit überschaubarem Umfang ist die Pauschale Gold wert: Du kennst die Kosten vorab, das Risiko liegt beim Handwerker. Beispiele: Tapete in 20m²-Raum, Standard-Endreinigung 3.5-Zimmer-Wohnung, Plattenleger im 6m²-Bad.
- Kosten-Sicherheit für dich
- Handwerker arbeitet effizient (sonst frisst es seine Marge)
- Einfache Vergleichbarkeit zwischen Offerten
- Aufschlag von 10–20% gegenüber Regie (für Risiko-Übernahme)
Regiearbeit – wann sie sinnvoll ist
Bei unklarem Umfang, Altbauten mit Überraschungen oder kleinen Reparatur-Aufträgen. Beispiele: Wasserrohrbruch, Elektrik-Erweiterung in 100-jährigem Haus, allgemeine Wartungsarbeiten.
- Du zahlst nur die tatsächliche Arbeit
- Flexibel bei Änderungen während der Ausführung
- Günstiger bei effizienter Ausführung
- Höheres Kostenrisiko für dich – Stunden können explodieren
Werkvertrag nach Schweizer OR
Ob Pauschale oder Regie – die rechtliche Grundlage ist Art. 363 ff. OR (Schweizerisches Obligationenrecht). Wichtig: Beim Pauschalpreis darf der Handwerker später keine Mehrkosten geltend machen, ausser du hast Zusatz-Aufträge erteilt. Bei Regiearbeit muss er dich rechtzeitig warnen, wenn die Kosten den Voranschlag deutlich überschreiten (Art. 375 OR).
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